Tierfotografie und Wissenschaftstourismus
Die Tierfotografie ist eng verbunden mit dem Wissenschaftstourismus. Ein Biologe nimmt die Kamera mit auf Reisen und dokumentiert seine Ergebnisse. Verhaltensforschung aufgrund von Beobachtung von Tieren gibt nicht nur Aufschluss über das Leben der Wildtiere sondern auch des Menschen.
Die Tierfotografie ist eine Teildisziplin der Naturfotografie und gilt als eine der anspruchsvollsten. Bevorzugtes Motiv sind lebende Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Zu Tierfotografie werden allerdings auch die Aufnahmen von Tieren in Zoos und Aquarien gezählt. Nicht selten sind diese Fotografien wissenschaftlich motiviert und erfordern dadurch weite Reisen. Häufige Ziele von Wissenschaftstouristen und Naturfotografen sind daher Entwicklungsländer oder Länder mit weiten natürlichen Lebensräumen.
Tierfotografie und Wissenschaftstourismus: Sicherheit geht vor
Tierfotografen ermöglichen es, sich ein Bild von Gegebenheiten in fernen Ländern zu machen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, an diese Fotos zu kommen. Zunächst sind die meisten Tiere sehr scheu. Man muss also einen großen Abstand wahren, um überhaupt eine Fotografie machen zu können.
Andererseits sind viele Tiere gefährliche Räuber, denen man sich allein aus Sicherheitsgründen nicht nähern darf. Ein solches Unterfangen wäre nicht nur leichtsinnig, sondern eine enorme Gefahr. Tierfotografen arbeiten in solchen Situationen mit sehr langen Teleobjektiven, um an die Bilder zu gelangen.
Das andere Extrem stellen Bilder von Kleintieren dar. Wie soll man auch eine Ameise fotografieren? Möglich ist dies auf jeden Fall – man benötigt lediglich die richtige Technik. Um Kleintiere abzulichten, werden kleinste Makroobjektive benötigt. Auf diese Weise werden Dinge, die sonst nicht vom menschlichen Auge erfasst werden können, sichtbar gemacht.
„Wildlife Photographer of the Year“
Die Tierfotografie ist eine sehr angesehene Disziplin innerhalb der Fotografie. Jedes Jahr findet der „Wildlife Photographer of the Year“ – Wettbewerb statt, der bedeutende Tier- und Naturfotografen auszeichnet. Im Jahr 2009 kam es hingegen zu einem Skandal, als dem Sieger der Preis im Nachhinein entzogen wurde. Man konnte dem Fotografen José Rodrigues nachweisen, dass der abgebildete, über einen Zaun springende, iberische Wolf kein wildes, sondern ein zahmes Tier ist.
Rodrigues bestritt die Vorwürfe, doch als das Tier eindeutig identifiziert wurde, blieb der Wettbewerb im Jahr 2009 ohne Sieger. Der Fotograph musste seinen Preis abtreten.
Enge Beziehung zur Wissenschaft
Diese Teildisziplin der Fotografie ist sehr eng verbunden mit der Wissenschaft, insbesondere der Biologie. Daher haben viele Fotografen, die in diesem Gebiet tätig sind, nicht selten eine biologische Bildung hinter sich. Häufig gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftstouristen und Tierfotografen. Letztere Unterstützen die wissenschaftliche Arbeit durch das Anfertigen von dokumentierenden Fotografien und sichern so den Erkenntnisstand der Wissenschaftler. Durch die Dokumentation der wissenschaftlichen Erkenntnisse kann das Erarbeitete einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.
Die Wissenschaftler reisen mit den Fotografen in ferne Länder, um zum Beispiel seltene Tierarten in afrikanischen Naturschutzgebieten und der sibirischen Tundra zu beobachten und zu dokumentieren. Ein solches Unterfangen ist nicht immer einfach – doch für Wissenschaftstouristen geht es bei den Reisen nicht um Entspannung und Erholung, sondern um wissenschaftliche Erkenntnisse.
Bedeutende Tierfotografen aus Deutschland sind Klaus Nigge, Fritz Pölking und Wolf Spillner. Hierzulande gibt es auch die „Gesellschaft Deutscher Tierfotografen“, welche jährlich ein „Naturfoto-Festival“ veranstaltet. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Naturfotos herzustellen und diese in der Öffentlichkeit durch Ausstellungen, Bücher und Veröffentlichungen in Zeitschriften zu verbreiten. Die GDT wird unterstützt von namenhaften internationalen Unternehmen und Kameraherstellern.


