Kompass lesen: Tipps für Orientierung beim Trekking
Der gute alte Kompass ist in Zeiten moderner elektronischer Hilfsmittel zur Orientierung schon fast in Vergessenheit geraten. Dabei stellt er sich ganz ohne Stromanschlüsse oder Batterie als besonders verlässlicher Begleiter für Wanderungen und Trekkingtouren dar.
Was genau ist eigentlich ein Kompass?
Im Grunde bezeichnet ein Kompass nur eine freischwebende, magnetische Nadel, deren Spitze stets nach Norden zeigt. Diese Kompassnadel wird in einem Gehäuse möglichst reibungsarm angebracht. Um Stöße und Erschütterungen abzumildern, ist der Kompass in der Regel mit einer Flüssigkeit gefüllt. Diese besteht zumeist aus einer öligen Substanz, die ein Rosten der Nadel vermeidet und auch bei extremen Temperaturen weder verdampft noch gefriert. In den meisten Fällen dient eine 360°-Skala der Orientierung und Bestimmung der einzelnen Himmelsrichtungen, wobei 0° den Norden, 180° den Süden und 270° den Westen kennzeichnen. Bei vielen Wanderkompassen sind diese jedoch auch zusätzlich durch die Buchstabenkürzel angegeben.
Der Zeiger richtet sich stets nach den Feldlinien des Erdmagnetfelds aus und stellt somit ein äußerst simples und dennoch sehr exaktes Messgerät beim Trekking dar. Eine Visiereinrichtung, welche aus Kimme und Korn besteht, dient zur Peilung eines Ziels. Kimme und Korn sind mit einem Richtungspfeil bzw. der Ost-West-Linie verbunden, welche wiederum nach dem Peilen zum Ablesen der eingestellten Richtung auf der Skala dient.
Wie verwende ich einen Kompass?
Wichtig bei der Handhabung eines Kompasses ist eine möglichst bewegungsarme und horizontale Lagerung. Am besten legt man dafür den Kompass auf einen ebenen Untergrund oder hält ihn ruhig in der Hand. Der Zeiger sollte sich nun schnell in seine Ruheposition bewegen. Ist diese schließlich erreicht, dreht man den Kompass so, dass die Spitze der Nadel auf 0° bzw. N für Norden zeigt. Nun können auch alle restlichen Himmelsrichtungen eindeutig abgelesen werden.
Kompass und Karte – ein perfektes Team
Zu einer optimalen Orientierung beim Trekking gehört neben dem Kompass auch eine geeignete Karte zur Backpacker-Ausrüstung und zum Wandern. Auf einer Karte befindet sich der Norden grundsätzlich oben, so kann man mittels eines Kompasses leicht feststellen, in welche Richtung man von der eigenen Position aus zum Zielort gehen muss. Hierfür empfiehlt sich die Verwendung eines sogenannten Plattenkompass oder auch Kartenkompass. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass sich das Gehäuse in einer durchsichtigen Acrylglasplatte befindet, sodass das Ablesen der Karte bedeutend erleichtert wird. Zusätzlich sind die Kanten mit einer Zentimeterskala ähnlich eines Lineals versehen, was der Ermittlung von Entfernungen dient, die dann im entsprechenden Kartenmaßstab errechnet werden können.
Wenn man den Ausgangspunkt und den Zielpunkt auf der Karte markiert und beide mit einer Linie verbindet, so kann man mit einem Kompass außerdem die Marschzahl ermitteln. Dazu legt man die Längsseite des Kompasses auf die Verbindungslinie und dreht die Kompassrose so lange, bis dessen Nord-Süd-Markierung mit der der Landkarte übereinstimmt. Die Marschzahl kann nun in der Visiereinrichtung abgelesen werden.
Hallo!
An und für sich sehr gute Seite.
Aber wieso ist Osten bei 180?
Und Marschzahl sagt mir nach der Erklärung so viel wie vorher – nämlich nix.
Noch dazu: was machen, wenn man einen runden Kompass (somit ohne Längsseite) hat?
LG

