Die Höhenkrankheit: Diese Mittel helfen wirklich
Mit der Höhenkrankheit ist nicht zu spaßen – ein Drittel der Bergsteiger, die sich über 3000 Meter wagen, haben mit ihren Symptomen zu kämpfen. Da es kein international zugelassenes Medikament gegen die Krankheit gibt, tummeln sich die Hausmittelchen in den Trekkingrucksäcken. Aber was hilft wirklich?
Die sogenannte Berg- oder Höhenkrankheit können wir bekommen, wenn wir uns in unbekannte Höhen trauen. Unser Körper hat dann mit niedrigem Luftdruck, wenig Sauerstoff und intensiver Sonneneinstrahlung zu kämpfen. Wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt wird, kann sie tödlich enden.
Ab welcher Höhe treten Symptome auf?
Schon ab etwa 2000 Metern können Anzeichen der Höhenkrankheit auftauchen. Oft sind beginnende Kopfschmerzen, Appetitverlust und Übelkeit bis hin zu Erbrechen Vorboten der Krankheit. Die Symptome können sehr vielfältig sein: Über Albträume bis hin zu Herzschmerzen ist alles möglich. Spätestens bei Schwindel oder Schwierigkeiten mit der Atmung sollte man misstrauisch werden und sich an den Abstieg machen.
Im schlimmsten Fall kann die Höhenkrankheit ein Hirn- oder Lungenödem hervorrufen, das unbehandelt zum Tode führen kann. Dem ist jedoch leicht vorzubeugen – wenn die Symptome erkannt werden. Besonders bei Gruppenreisen sollte man nicht aus Schüchternheit das Unwohlsein verschweigen: 80% der Höhenkrankheits-Tode ereignen sich in Gruppen, und zwar aus genau diesem Grund!
Der Höhenkrankheit vorbeugen
Die Höhenkrankheit kann jeden treffen, auch körperlich sehr fitte Menschen. Kinder sind gefährdeter, also immer ein Auge auf sie haben. Die beste Vorbeugung ist ein langsamer Aufstieg :„Hoch klettern, aber niedrig schlafen.“ Das Auswärtige Amt empfiehlt maximal 300 Meter pro Tag. Wem das nicht möglich ist, der sollte direkt nach der Ankunft erst einmal lange schlafen.
Außerdem ist es wichtig, viel zu trinken. Am besten ist es, leicht und kohlenhydratreich zu essen, Alkohol, Fett und Eiweiß zu vermeiden. Die ersten Tage bloß nicht überanstrengen! Dass der in Südamerika erhältliche Coca-Tee soll angeblich der Krankheit vorbeugt, ist nicht erwiesen – aber es schadet auch nicht, ihn zu trinken.
Was tun beim Krankwerden – Diamox oder Aspirin?
Sobald Anzeichen der Höhenkrankheit auftreten: Vom Berg absteigen! Auch das Verharren auf derselben Höhe kann die Symptome verschlimmern. Und tatsächlich ist die Akklimatisierung das beste Gegenmittel gegen das Unwohlsein. Denn andere Medikamente wie Aspirin oder nicht zugelassene lokale Medikamente verschleiern die Symptome und erhöhen somit das Risiko.
Weder bei Ginkgo noch bei Kokablättern ist eine Wirkung nachgewiesen. Einzig der Wirkstoff Acetazolamid (enthalten in Diamox®) scheint vorbeugend zu wirken. Jedoch gilt auch hier: Im Zweifelsfall dämpft er nur die Symptome.
Sollte ein Abstieg nicht möglich sein, hilft Sauerstoff. Die meisten größeren, hoch gelegenen Städte besitzen Sauerstoffkammern, einige touristische wie La Paz in Bolivien sogar Sauerstoff-Bars. Auf großen Expeditionen wird meist ein Überdrucksack mitgeführt, der einen höheren Luftdruck simuliert (ggf. beim Tourenanbieter nachfragen).
Jedoch sollte man sich von der Krankheit nicht vom geplanten Trekkingurlaub abschrecken lassen. Mit ein wenig Sensibilität ist die Krankheit schnell erkannt und gebannt. Also: Auf ins Gebirge, tief Luft holen und den atemberaubenden Ausblick genießen!
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