Badeunfall im Swimmingpool: Mit dieser Gefahr müssen Sie rechnen
Schwimmen im Pool ist für viele Urlauber ein Heidenspaß – bis ein Badeunfall passiert. Nicht nur jugendlicher Leichtsinn kann die Ursache für das Unglück sein. Viel zu oft gibt es Sicherheitsmängel. Grund genug, beim Baden die Augen offen zu halten.
Kevin, Sarah, Lucas – Immer wieder füllt ein anderer Name die deutschen Schlagzeilen. Nicht nur für Kinder kann der Swimmingpool im Urlaub zur tödlichen Gefahr werden. Der starke Sog hält den Betroffenen unter Wasser fest. Deutscher Reiseverband (DRV) und TÜV, die Initiative „Sicherer Pool“ und sogar das Fernsehen kämpfen aus diesem Grund für stärkere Kontrollen. Auch Urlauber können einen Beitrag leisten.
Ungenügende Standards sorgen für Badeunfall
Im Gegensatz zu Deutschland herrschen in Ländern, wie Bulgarien, der Türkei oder Griechenland andere Maßstäbe in puncto Sicherheit. Der DRV bildet darum sogenannte „Pooltester“ aus, die von den Mitglieds-Reiseveranstaltern finanziert werden. Der TÜV Rheinland hat zusätzlich das „Safety-Check-Siegel“entwickelt, das alle TUI-Hotels kontrolliert. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn noch immer bringen unkontrollierte Hotels im Ausland ihre Gäste beim Baden in Gefahr. Bei einer Kontrolle wären fehlende Schutzgitter vor den Poolpumpen wohl das häufigste TÜV-Mängel.
Starker Sog durch Ansaugpumpe im Pool
Die Schutzgitter werden aus Geiz, Bequemlichkeit oder Fahrlässigkeit allerdings einfach nicht angebracht und sorgen Jahr für Jahr für mehr als nur einen Badeunfall in Hotel-Pools. Dabei saugt die Pumpe den Badenden regelrecht ein, ohne, dass dieser vom Gitter abgehalten wird. Hat der Urlauber Glück, kommt er mit blauen Flecken und einem großen Schrecken davon. Doch teilweise ist der Sog so stark, dass selbst mehrere Erwachsene den Betroffenen nicht an die Oberfläche ziehen können. Wird die Pumpe nicht rechtzeitig abgestellt, ertrinkt der Badende qualvoll.
Handtuchtest vom TÜV Rheinland
Der TÜV Rheinland Experte Küpper rät Urlaubern, vor dem Baden den „Handtuchtest“ durchzuführen. Dafür halten Sie ein Handtuch vor die Ansaugöffnung an der Seitenwand des Pools. Lässt sich das Tuch ohne großen Kraftaufwand abziehen, ist das Baden ungefährlich. Lässt es sich dagegen nur schwer wieder entfernen, sollten Sie nicht baden und die Hotelleitung verständigen. Auch brüchige oder nicht vorhandene Schutzgitter vor einer größeren Öffnung am Boden oder an der Seitenwand können einen Badeunfall verursachen und sollten beim Verantwortlichen angezeigt werden. Testen Sie den Sog auf keinen Fall mit Händen oder Füßen!
RTL und die Initiative „Sicherer Pool“
Auch bei Lucas hätte dieser TÜV-Mängel vom Veranstalter erkannt werden müssen. Direkt nach dem Check-In im Hotel “Sunrise Monica Beach” in Fuerteventura ertrank er im Pool. „Es darf nie wieder ein solch tragisches Unglück passieren“, schworen sich seine Eltern und gründeten die Initiative „Sicherer Pool“. Zusammen mit dem RTL-Reporter Ralf Benkö setzt sich das Paar nun für eine weltweite Zertifizierung der Hotelpools nach deutschen Standards ein. Auch Urlauber können den Albtraum Badeunfall verhindern, indem sie Sicherheitsmängel bei dem Journalisten melden. Seine Kontaktdaten finden Sie hier. Der Fernsehsender hat auch eine Checkliste für Pools zusammengestellt, die Sie ausdrucken und in den Urlaub mitnehmen können.
Informationen zu der Initiative und den Pooltestern finden Sie hier.
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