Auslandsüberweisung: mit welchen Kosten muss man rechnen?
Eine Auslandsüberweisung ist für die meisten Deutschen wohl eine selten notwendige Angelegenheit. „Im Vorfeld ausführlich informieren“ lautet da die oberste Devise, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.
Die Auslandsüberweisung – ein Thema, das immer wieder Fragen aufwirft. Überweisungen, also der bargeldlose Geldtransfer zwischen verschiedenen Bankkonten, sind schon praktisch. Innerhalb von Deutschland sind sie zudem höchst unkompliziert. Schwieriger und vor allem kostenintensiver wird es allerdings, wenn eine Überweisung von Deutschland aus ins Ausland fällig wird. Hier ist es empfehlenswert, sich vorab über eventuell anfallende Gebühren zu informieren, damit sich hinterher der finanzielle Aufwand nicht als unverhältnismäßig hoch herausstellt.
Auslandsüberweisung innerhalb der EU
Recht unkompliziert gestaltet sich die Auslandsüberweisung innerhalb der Europäischen Union. Nach der EU-Preisverordnung müssen Standard-Überweisungen in Euro aus einem EU-Land in ein eben solches unter Angabe der internationalen Bankkontonummer IBAN und Bankleitzahl BIC zum gleichen Preis wie Inlandsüberweisungen durchgeführt werden. Eventuelle Entgelte richten sich hier also nach den Vorgaben Ihrer Bank zum innerdeutschen Zahlungsverkehr. Für eine Euro-Überweisung in ein EU-Land zahlen Sie nur, was Sie auch für eine Überweisung auf ein anderes deutsches Konto zahlen müssten. Bietet Ihre Bank kostenlose Inlandsüberweisungen an, gilt das auch für EU-Überweisungen.
Allerdings trifft diese Regelung nur bis zu einer Summe von 50.000 Euro zu, bei höheren Beträgen kann die Bank Zusatzkosten geltend machen. Diese liegen oft bei 0,1 bis 0,175% des zu überweisenden Betrags.
Auslandsüberweisung außerhalb der EU
Bei einer Auslandsüberweisung, die über die Grenzen der Europäischen Union hinausführt, fallen von den Banken festgelegte Zusatzkosten an. Je nach Überweisungsart müssen diese entweder vom Auftraggeber der Überweisung, vom Empfänger der Zahlung oder zu gleichen Teilen von beiden getragen werden.
Die Höhe der Gebühr legt jede Bank selbst fest, aber auch hier sind bereits Prozentsätze ab 0,1% des zu überweisenden Betrages möglich. Bei kleinen Beträgen wird eine Mindestgebühr erhoben, in der Regel von wenigstens 5 bis 10 Euro, ganz ähnlich wie bei der Abhebung von Bargeld am Automaten einer fremden Bank. Die sogenannte SWIFT-Überweisung (über das System der Society of Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist eine der schnellsten und sichersten Methoden zur Auslandsüberweisung. Hier werden SWIFT-Gebühren von 1 bis 2 Euro fällig. Hinzu kommen Zusatzentgelte, die mögliche Kosten der Banken auf beiden Seiten abdecken sollen, inklusive der Kosten für den Geldwechsel in die Fremdwährung. Da können schnell Kosten bis zu 30 Euro pro Überweisung zusammenkommen.
Alternativ ist der Geldtransfer über internationale Dienstleister wie die Western Union möglich, hier entstehen in der Regel Kosten von 7 bis 10% des zu überweisenden Betrags.
Sowohl für Auslandsüberweisungen innerhalb als auch außerhalb der EU gelten zwei wesentliche Grundsätze. Erstens: Auslandsüberweisungen mit einem Betrag von über 12.500 Euro unterliegen der Meldepflicht und müssen bei der Bundesbank angegeben werden! Und Zweitens: Ihr Bank ist dazu verpflichtet, Sie über eventuelle Kosten bei einer Auslandsüberweisung schon im Vorfeld zu informieren. Seien Sie also wachsam, rechnen Sie in Ruhe durch, was an Kosten auf Sie zukommt, und lassen Sie sich nicht unnötiges Geld aus der Tasche ziehen.

